Burg Katz und Loreleyfelsen, von Dreiburgenblick bei Patersberg
Von Alexander Hoernigk - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47815373

Die beliebtesten Flussregionen in Europa

Das schöne an einer Flusskreuzfahrt ist, dass man auf einem Schiff einen gewissen Landstrich entspannt erkunden kann und jeden Tag neue Städte sieht. Jede Flussregion hat dabei natürlich ihren ganz eigenen Charme und individuelle Besonderheiten. Die Wahl des Reiseflusses ist also eine wichtige Entscheidung.

Deutsche Flussregionen

Der Rhein

Wer an den auch liebevoll “Vater Rhein” genannten Strom denkt, wird sofort ein Bild von malerischen Bergen, durch die sich das Wasser schlängelt, vor Augen haben. Das sich dabei einstellende Gefühl hat sogar einen Namen: Rheinromantik. Denn der Rhein ist mystisch und geheimnisvoll, eine Landschaft voller Schlösser, Burgruinen, Ritter und Drachen. Hier gibt es die Loreley und hier spielt auch das Nibelungenlied. Kein Wunder also, dass die Flussregion zum UNESCO Weltkulturerbe wurde.

Doch der Rhein hat noch andere Seiten: Auf seinem Weg aus der Schweiz bis nach Deutschland wächst der Fluss schon ordentlich an, um dann hier zu einem der wichtigsten Schifffahrtswege überhaupt zu werden. Nach der verzaubernden Stimmung im Rheinischen Schiefergebirge wechselt er sein Kleid und wird urbaner, industrieller. Seine weiteren Ziele sind Köln, Düsseldorf, das Ruhrgebiet und dann schließlich die Niederlande und die Nordsee. Flussfahrten auf dem Rhein sind also ein abwechslungsreiches Erlebnis.

Die Mosel

Sie mündet zwar am Ende in den Rhein, hat aber zuvor so viel zu bieten, dass die Mosel einfach eine der schönsten deutschen Flussregionen darstellt. Ihr Verlauf beginnt in Frankreich, geht weiter durch Luxemburg und mündet schließlich im deutschen Eck in Koblenz in den Rhein. Insbesondere der Abschnitt davor, wenn sie sich durch die Mittelgebirge schlängelt und in ständiger Windung sich ihren Weg durch die steilen Hänge sucht, ist ein landschaftliches Spektakel.

Die Region ist weiterhin für die erstklassigen Weine und die zahlreichen Burgen und Ruinen bekannt. Auch so historische Stadtschätze wie Trier können auf einer Flusskreuzfahrt auf der Mosel angefahren werden. Ein Halt lohnt sich hier immer, um beeindruckende römische Bauten wie das Porta Nigra bestaunen zu können.

Ein Fluss windet sich durch grüne Wiesen - die Elbe

Elbe, Sächsische Schweiz, Foto: © Norbert Kaiser, Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die Elbe

Ihren Ursprung hat sie zu Füßen von Rübezahl, dem Berggeist im Riesengebirge. Durch die märchenhafte Tschechische Republik fließt die Elbe dann nach Deutschland, passiert Städte wie Dresden, Magdeburg, Hamburg und mündet schließlich bei Cuxhaven in die Nordsee. Im Vergleich zu diesen größeren Zentren, sind lange Abschnitte des Flusses eher spärlich bebaut, wodurch die Erhaltung der natürlichen Landschaften sehr gut gelingt.

So ist während einer Flusskreuzfahrt auf der Elbe zwischen so wunderschönen Städten wie Dresden und Hamburg eine reichhaltige und abwechslungsreiche Landschaft zu entdecken mit vielen, seltenen Pflanzen und mit etwas Glück auch Tieren wie Bibern oder Seeadlern. Kein Wunder, dass es insgesamt vier Nationalparks und zahlreiche weitere Naturschutzgebiete und Biosphärenreservate entlang des Flusses gibt.

Die Donau – der Sonderfall

Bei der Donau von einer deutschen Flussregion zu sprechen, ist eigentlich vermessen, fließt sie doch insgesamt durch ganze zehn Staaten: Nach dem Ursprung im Schwarzwald tritt sie ihre Reise an und durchquert Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bugarien und Moldawien und mündet dann in der Ukraine ins Schwarze Meer. Dabei werden zahlreiche Großstädte vom zweitlängsten Fluss in Europa benetzt: Regensburg, Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad sind nur eine Auswahl.

Neben des kulturellen Reichtums bietet die Donau aber natürlich auf ihrem Weg ins Schwarze Meer auch landschaftlich ein buntes Angebot. Entlang ihres Ufers reihen sich viele Nationalparks und Reservate aneinander. Dies hat aber auch einen präventiven Zweck, denn im Verlaufe der Zeit hat die Donau schon einige menschliche Eingriffe überstehen müssen. Zum Glück konnte sie sich gut davon erholen. Eine Flussfahrt auf der Donau stellt somit eines der Highlights in Europa dar.

Weitere europäische Flussregionen

Westlich von Deutschland

Flusskreuzfahrten sind also immer ein tolles Erlebnis! Darum lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Bei unseren französischen Nachbarn eignet sich beispielsweise eine Flussfahrt auf der Rhone zum Entspannen. Hier können wunderschöne südliche Städte wie Lyon, Avignon oder Arles besucht werden. Ebenfalls in Frankreich ist die Seine für eine Flusskreuzfahrt fast ein Muss – spätestens, um einen ganz besonderen Eingang in die Stadt der Liebe erleben zu können. Noch weiter westlich lohnt eine Reise auf dem Douro. Der Fluss fließt im portugiesischen Teil mitten durch das Anbaugebiet des legendären Portweins und weiß somit wortwörtlich besondere Tröpfchen zu bieten.

Brücken in Prag mit einem Schiff

Die Moldau in Prag, Foto: © che, Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 2.5 , Quelle: Wikimedia Commons

Östliche Regionen

Wem der Sinn weniger nach warmen, südländischen Regionen steht, der wird eine Flusskreuzfahrt auf den östlichen Strömen Europas genießen. Hier ist natürlich zuallererst der längste Fluss des Kontinents zu nennen: Die Wolga entspricht mit 3.530 km perfekt den Dimensionen des atemberaubend weiten Landes, welches es durchfließt – Russland. Dagegen wirkt die tschechische Moldau vielleicht klein, doch auch sie weiß zu bezaubern. Direkt an der Goldenen Stadt Prag gelegen, ist sie nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch Inspiration und Inhalt des gleichnamigen sinfonischen Gedichtes von Bedřich Smetana.

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