Die Havel im Sonnenuntergang - perfekt für eine Flusskreuzfahrt auf Havel und Spree
Die Havel im Sonnenuntergang. Foto: © schokovanille, Lizenz: Creative Commons 0 1.0 , Quelle: Pixabay.com

Geheimtipp Nord-Osten: Flusskreuzfahrten auf Havel und Spree

Wer an Flusskreuzfahrten in Deutschland denkt, hat sofort Rhein, Mosel und Donau im Hinterkopf. Danach kommt einem vielleicht noch die Elbe in den Sinn. Doch dabei vergisst man eines der schönsten Wassergebiete unseres Landes: den Nord-Osten, genauer gesagt die Havel und Spree.

Unterwegs im Osten Deutschlands: Havel und Spree

Die Havel

Die Quelle des längsten, rechtsseitigen Nebenfluss der Elbe liegt am Diekenbruch bei Ankershagen im Nordosten des Müritz-Nationalparks. Von dort aus durchfließt die Havel verschiedene Seen und hat einen kurvenreichen Verlauf in südliche Richtung bis nach Berlin. Hier biegt sie dann nach Westen ab und wendet sich nach Potsdam langsam wieder gen Norden. In Havelberg schließlich mündet die Havel in die Elbe.

Der Fluss legt eine Strecke von 334 Kilometer zurück, von denen 285 km mit dem Schiff (ab Useriner See) befahrbar sind. Dafür sorgen zahlreiche Schleusen, die die Höhenunterschiede ausgleichen. Der eigentliche Abstand zwischen Quelle und Mündung der Havel beträgt übrigens nur 94 km – doch wegen ihres fast runden Verlaufs durch 4 Bundesländer kommt die Havel auf ihre Länge. Und obwohl ihr Flusslauf mehrmals verändert wurde und auch verschiedene Kanäle gebaut wurden, hat sie sich ein wunderschönes Fluss-Panorama bewahrt.

Die Spree

Einer Legende nach gab es einmal einen Riesen namens Sprejnik. Ihm war das Land zwischen Bautzen und dem Oberlausitzer Bergland untertan. Um dieses Gebiet beschützen zu können, baute der Riese einen großen Bogen. Er erprobte die Kraft und Reichweite dieser Waffe und schoss mehrere Pfeile ab. Seine Untertanen suchten nach ihnen und fanden sie weit oben im süd-östlichen Bergland seines Reiches. Weil die Pfeile so mächtig waren, konnten sie sie nicht herausziehen, sondern mussten sie ausgraben. Aus den Löchern quoll Wasser und vereinte sich zu einem Fluss, welcher zu Ehren des Riesen den Namen Spree erhielt.

Nachdem sich die drei Quellen am Kottmar, in Neugersdorf und Ebersbach vereint haben, fließt die knapp 400 Kilometer lange Spree eine Weile gen Norden, parallel zur polnischen Grenze, durch Städte wie Bautzen, Cottbus oder Lübben bis nach Berlin, wo sie in die Havel mündet. Nach Cottbus verzweigt sich die Spree in verschiedene Binnendeltas, auch bekannt als Spreewald. Hier reihen sich Wiesen und Wälder aneinander, dazwischen stehen kleine, traditionell sorbische Dörfchen. Der romantische Charme dieser Landschaft ist einmalig.

Karte Havel und Spree

Karte Havel und Spree. Foto: © NordNordWes, Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0, Quelle: Commons Wikimedia

Routen für Flusskreuzfahrten auf Havel & Spree

Von der Mecklenburgischen Seenplatte bis zu den Elbauen

Starten Sie in der Nähe der Müritz, Deutschlands größtem Binnensee, und erkunden Sie von dort aus den gewundenen Flusslauf der Havel. Durch den ständigen Wechsel mit den zahlreichen großen und kleinen, natürlichen Seen ist diese Region besonders abwechslungsreich. Das erste Highlight ist Fürstenwalde. Der Ortsteil Himmelpfort birgt eine wunderschöne Klosteranlage und das legendäre Weihnachtspostamt.

Von dort aus geht es weiter in die Hauptstadt. Berlin macht mit seinen unzählig vielen Gesichtern sicherlich jeden Reisenden glücklich. Folgt man nun der Havel weiter, bis sie schließlich in die Elbe mündet, ist auch Lutherstadt-Wittenberg nicht mehr weit – der Wiege der christlichen Reformation. Ob sich die Fahrt nun Richtung Dresden oder Richtung Magdeburg wendet, ist egal – so oder so winken spannende Städte voller Kulturschätze und beeindruckender Architektur!

Oberbaumbrücke über der Spree in Berlin bei Sonnenuntergang - perfekt für eine Flusskreuzfahrt auf Havel und Spree

Oberbaumbrücke über der Spree in Berlin. Foto: © Sylla, Lizenz: Creative Commons 0 1.0 , Quelle: Pixabay.com

Vom Spreewald bis an die Ostsee

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich vor Antritt dieser Route einen Tag mehr Zeit nehmen, um zunächst einmal den Spreewald zu erkunden. Die einzigartig schöne Binnendelta-Landschaft des Flusses kann zum Beispiel wunderbar bei einer halbtägigen Brunchfahrt erkundet werden. Die authentischste Art, den Spreewald zu befahren, ist aber natürlich mit einem Kahn!

Die eigentliche Flusskreuzfahrt beginnt dann in Berlin. Von hier aus geht es erst auf der Havel gen Norden, über den Oder-Havel-Kanal dann ein Stück weit nach Osten und dann entlang der deutsch-polnischen Grenze, sprich der Oder folgend wieder weiter nach Norden. Diese hat als Ziel das historische, wunderschöne Stettin. Danach lockt auch schon die frische Brise der Ostsee. Entlang der Küste können Sie sich den Seewind um die Nase wehen lassen, bis Sie das malerische Rügen und die Hansestadt Stralsund erreichen. Von hier aus macht sich das Flusskreuzfahrtschiff dann wieder auf den idyllischen Heimweg.

Quellen

www.wikipedia.org/wiki/Havel
www.wikipedia.org/wiki/Spree
www.faszination-havel.de
www.transocean.de