Während einer Flussreise in Polen kann man die Landschaft bewundern.
Ruhige Landschaft am Oder-Spree-Kanal. Foto: ©Botaurus stellaris, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Wikimedia Commons

Flussreise in Polen: Auf der Oder durch Schlesien bis nach Breslau

Schon Goethe sagte: „Man reist nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.” Und tatsächlich: Wer mit einem Flusskreuzfahrtschiff unterwegs ist, der versteht genau, was der Dichterfürst damit gemeint hat. Man lässt den Blick über die Ufer schweifen, hört dem Vogelgezwitscher zu, hat Zeit für ein gutes Buch oder für einen netten Plausch auf dem Sonnendeck. Die perfekte Kulisse dafür bietet eine Flussreise in Polen.

Naturbeobachtungen am Oderlauf

Bei einer Flussreise entlang der Oder kann man sich so richtig fallen lassen, denn die Reise führt durch die alte Natur- und Kulturlandschaft an der deutsch-polnischen Grenze. Auf der Strecke von Potsdam in Richtung Osten ins Odertal passiert man zahlreiche Kanäle, Schleusen und das Schiffshebewerk.

Die Landschaft aus Wäldern und Wiesen lädt ein zum Träumen – oder zum Beobachten der Natur, denn in den unberührten Gegenden lassen sich gern Wildtiere wie zum Beispiel Rehe sehen. Auch Wasservögel wie Reiher oder Störche kann man hier ungestört beobachten, denn durch zahlreiche Flusswindungen geht es durch ein wahres Vogelparadies. Die Weite der Landschaft wird lediglich hin und wieder durch Gehöfte an den Ufern durchbrochen.

Schlesische Städte

Die Oder flussaufwärts kommt man nach Krosno Odrzanskie (Crossen), Cigacice (Tschicherzig), Scinawa (Steinau an der Oder) und Malczyce (Maltsch). Das Hauptziel der Flussfahrt ist die polnische Metropole Wroclaw (Breslau). Je nach Wasserstand der Oder wird die viertgrößte Stadt Polens entweder mit dem Schiff oder mit dem Bus angefahren.

Willkommen in Breslau

Breslau ist eine Stadt mit interessanten Kontrasten, denn hier mischen sich historische Bauten und neue Architektur auf sehr angenehme Weise. Neben dem Rathaus sind die Jahrhunderthalle und das klassizistische Opernhaus einen Besuch wert. Die Aula Leopoldina, die zur Breslauer Universität gehört, ist einer der bedeutendsten und größten europäischen Barocksäle.

Das Rathaus von Breslau, zu erleben bei einer Flussreise in Polen

Das Breslauer Rathaus. Foto: © Przemysław Krzak, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pixabay

Der Breslauer Dom ist die Kathedrale St. Johannes, im gotischen Stil erbaut. Sie wurde im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und danach lange und mühsam wieder aufgebaut. Man sollte vor allem die Elisabethkapelle, Marienkapelle und die Kurfürstenkapelle besichtigen. Alle drei Kapellen befinden sich hinter dem Chor und blieben im Krieg unzerstört. Ihre alten Skulpturen und Wandbilder sind äußerst beeindruckend. Im Breslauer Dom befindet sich auch die größte Orgel Polens mit über 10.000 Pfeifen.

Wahrzeichen von Breslau sind übrigens: Zwerge. Man findet sie nicht nur als Wandgemälde, sondern auch in Form kleiner Skulpturen überall in der Stadt verteilt. Die Zwerge sollen an den Widerstand der Bürger gegen die Staatsmacht zu Zeiten des Totalitarismus erinnern.

Tagesausflüge

Die Tagesausflüge während dieser Flussreise in Polen führen ins Riesengebirge mit der 1.602 Meter hohen Schneekoppe (Szniezka) oder nach Wiesenstein in Agnetendorf, dem letzten Domizil von Gerhart Hauptmann. Unbedingt sehenswert sind auch die spitzgiebligen, schmalen Leineweberhäuser in Schömberg, die Laubenhäuser und die Gnadenkirche in Jelenia Gora (Hirschberg) sowie das barocke Zisterzienserkloster von Krzeszow (Grüssau). Bei Karpacz (Krummhübel) steht die berühmte Stabkirche Wang, eine mit Schnitzereien reich verzierter romanischer Holzbau, den König Friedrich Wilhelm IV. aus Norwegen importierte und aufstellen ließ.

Quellen

www.phoenixreisen.com
wikipedia.org/wiki/Breslau
wikipedia.org/wiki/Stabkirche_Wang

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